Nach der Wäsche kommt bei mir irgendwann der Punkt, an dem der Lack mehr braucht als Shampoo. Hier erzähle ich, wie ich dabei vorgehe — es ist meine Arbeitsweise, keine Anleitung.
Mein Ablauf
Vorher
Das Auto muss gewaschen und trocken sein. Ich achte darauf, dass weder der Lack noch die Garage zu kalt oder zu warm sind — bei Extremen lasse ich es lieber.
Bevor ich anfange, klebe ich Kunststoffteile und Zierleisten mit einem Klebeband ab, das sich rückstandsfrei wieder löst. Das erspart mir hinterher viel Gefummel.
Ich arbeite mit einer Poliermaschine, keiner Exzentermaschine, und habe für jeden Durchgang ein eigenes Polierpad sowie ein eigenes Mikrofasertuch zum Abnehmen des Polierstaubs.
Wichtig: Maschinenpolieren gehört in geschulte Hände. Man kann den Klarlack damit dauerhaft ruinieren. Was hier steht, beschreibt nur, wie ich es an meinen eigenen Fahrzeugen mache — wer es nachmacht, tut das auf eigenes Risiko.
Drei Durchgänge
Ich fahre den Lack in drei Runden ab. Mit der Schleifpolitur fange ich an, wenn der Lack verwittert, verkratzt oder ausgeblichen ist — die trägt am meisten ab. Danach kommt die Hochglanzpolitur, die die feinen Schleifspuren und Hologramme wieder herausnimmt und den Glanz zurückbringt. Zum Schluss die Finish-Politur für die letzten Feinheiten und als Vorbereitung auf die Versiegelung.
Ist der Lack noch gut in Schuss, lasse ich die Schleifpolitur weg und fange gleich mit der Hochglanzpolitur an.
So läuft jeder Durchgang ab
Die Flasche schüttele ich gut auf und setze ein paar erbsengroße Tropfen auf das Pad. Verteilt wird zuerst bei stehender Maschine, sonst spritzt die halbe Politur durch die Garage.
Ich arbeite immer nur ein überschaubares Feld auf einmal ab, nie die ganze Haube. Los geht es auf niedriger Stufe, langsam und ohne Druck, im Kreuzschliff ein paarmal über die Fläche. Erst danach drehe ich die Geschwindigkeit hoch.
Dabei behalte ich zwei Dinge im Auge: dass der Lack nicht zu warm wird und dass immer genug Politur auf der Fläche ist. Wird es heiß oder läuft das Pad trocken, nehme ich die Maschine weg.
Der für mich wichtigste Teil kommt zum Schluss: Ich gehe wieder auf eine niedrige Stufe zurück und fahre die Fläche mit wenig Druck noch ein paarmal ab. Danach liegen keine Polierreste mehr auf dem Lack und lassen sich einfach wie Staub abwischen. Lässt man das weg, sieht man es später im Licht.
Diese Runde wiederhole ich Fläche für Fläche, und dann von vorn mit der nächsten Politur — mit frischem Pad und frischem Tuch.